Online Marketing, Digitalisierung, Verbundgruppen, Marketingkonzept

Die Zukunft der Verbundgruppen

Neue Geschäftsmodelle für eine Idee mit Zukunft. Bericht des branchenübergreifenden Design-Thinking-Workshops „Forum Verbundgruppen“ am 15./16.02. im GS1 Knowledge Center.

Wie müssen sich Verbundgruppen für die digitale Zukunft aufstellen? Muss sich das Geschäftsmodell der Einkaufskooperationen verändern, um in transparenten Märkten bestehen zu können? Mit diesen Fragestellungen beschäftigen sich derzeit fast alle Verbundgruppen. Und fast alle stehen damit recht alleine da.
Nicht so die Teilnehmer des Forum Verbundgruppen, unserem regelmäßigen Treffen für die erste Führungsebene von Verbundgruppen. In zwei intensiven Tagen sind die rund zehn Vorstände und Geschäftsführer – jeder für seine Kooperation und alle im offenen Austausch miteinander – den Fragen der Zukunftsausrichtung nachgegangen. Methodisch begleitet wurden sie von den Design-Thinking-Experten Robert Kötter und Marius Kursave, inhaltlich unterstützt vom Verbundgruppen-Kenner Peter Hartkopf (Hartkopf & Cie) und vom Marketingexperten Henning Fischer (brandcom).

Wer sind unsere Kunden in Zukunft?
Am ersten Tag standen die Problemanalyse und die genaue Auseinandersetzung mit den Anforderungen der vielschichtigen Stake-Holder-Struktur einer Verbundgruppe im Mittelpunkt. Welche Mitgliedergruppen sind „zukunftsfähig“? Um welche muss sich die Verbundgruppe besonders kümmern? Hilfreich dabei war die Unterteilung der Mitglieder in Cluster, ähnlich den Sinus-Milieus für die Kundenanalyse. Denn im Fokus eines jeden Design-Thinking-Prozesses steht die Kundensicht und – je nach Struktur der Verbundgruppe – die Perspektive der Anschlusshäuser oder der Endkunden. Denn schon die einfache Maßgabe „aus Kundensicht denken“ wirft die Frage auf: aus Endkundensicht oder aus Mitgliedersicht? Diese Frage beantworteten die Teilnehmer durchaus unterschiedlich.

Was Verbundgruppen von Tinder lernen können.
Am zweiten Tag ging es darum, mit Kreativtechniken und in Anlehnung an erfolgreiche digitale Geschäftsmodelle, konkrete Lösungen für die aufgestellten Ansatzpunkte zu entwickeln. „Was kann unsere Verbundgruppe von Tinder/Amazon/Facebook/… übernehmen?“
Die Ergebnisse, die vertraulich in der Runde vorgestellt wurden, gingen von einfachen Prozessoptimierungen bis hin zu visionären Ideen. Als besonders hilfreich wurde das Feedback der teilnehmenden Geschäftsführer empfunden, die teilweise aus eigener Erfahrung Input für die vorgestellten Ideen liefern konnten.

brandcom verbundgruppen design thinking workshop
Fazit

Verbundgruppen werden sich verändern müssen, um in einer digitalen Welt ein funktionierendes Geschäftsmodell zu behalten. Die reine Konzentration auf bisherige Kernleistungen (Einkaufsbündelung und Zentralregulierung mit Delkredere) lässt sich als komplett digitaler Prozess optimieren, wird aber einhellig nicht als einziges Standbein künftiger Kooperationen ausreichen. Doch die Bretter, die gerade Verbundgruppen-Vorstände und Geschäftsführer bohren müssen, um in wirtschaftlich erfolgreichen Zeiten die Weichen für nachhaltige Veränderungen zu stellen, sind hart. Es mangelt nicht an guten Ideen, doch die Entscheidungswege sind gerade in Kooperationen lang. Change-Management-Kompetenzen und überzeugende Visionen werden die erste Führungsebene der Kooperationen aufbringen müssen, um Veränderungen zu bewirken. Und damit werden die Themen für den Erfahrungsaustausch der kommenden Forum Verbundgruppen Treffen nicht ausgehen.


Das nächste Forum Verbundgruppen findet statt am 17. Oktober in Köln.
Anmeldung und Information über wmf@brandcom.de